Der Freiberg Blog

AM PULS DER FREIHEIT
am 28.06.2018

BIERGARTEN KNIGGE

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. . . schon mal gehört? Wir auch nicht, bis wir die Ausgabe 7/2018 des Food Magazins DER FEINSCHMECKER in Händen hatten.

Beim Artikel von Ulf Sundermann ging uns im Jagdhaus das Biergarten Herz so richtig auf. Er beschreibt, wie man „in München und anderswo richtig Maß hält“.

Zu einem bayerischen Biergarten gehören Kies und Rosskastanien – Splitt und Flachwurzler kühlten früher die darunter liegenden Bierkeller. Wer im Schatten Platz nimmt, hat oft die Wahl: bedienter Bereich oder SB. Ersterer ist leicht erkennbar an Tischtüchern und ausgelegten Karten.

(Anmerkung vom Jagdhaus Biergarten Oberstdorf: Unseren SB Bereich erkennen Sie an den langen Biertischen)


Wie trinkt man? Am besten zügig, nach einer halben Stunde ist die Maß „lack“ (abgestanden). Das Zuprosten gehört zu jedem Schluck, zehn Prosit pro Maß sind ein guter Schnitt. Der letzte Rest bleibt immer im Glas – wer ihn trinkt, gilt als geiziger „Noagerlzuzla“ (Neigennuckler).

(Anmerkung vom Jagdhaus Biergarten Oberstdorf: Es muss keine Maß am Stück sein, es gibt natürlich auch Halbe vom guten König Ludwig Bier.)


Besonders Oberbayern und Bierfranken sind ideale Regionen für Hobbyköche und Selbsversorger: Hier kann die Vesper immer mitgebracht werden. Hausverbot haben dagegen Foodorfahrer und andere Lieferdienste, ebenso unterwegs gekauftes Thai-Food.

(Anmerkung vom Jagdhaus Biergarten Oberstdorf: Auch bei uns darf man die Brotzeit im SB Bereich mitbringen, solange man die Getränke bei uns kauft.)


Laut Bayerischer Biergartenverordnung werden Biergärten „als Ausdruck bayerischer Lebensart angesehen“ . . .

(Anmerkung vom Jagdhaus Biergarten Oberstdorf: dem ist nichts hinzuzufügen.)


Wie wehrt man sich gegen unliebsame Tischnachbarn? Die schärfste in Bayern gesellschaftlich akzeptierte Ablehnung ist ein nur sehr mäßig bedauerndes: „Da kimma noch zwoa!“ Wenn das nicht hilft, warnen sie vor den Wespen . . .

(Anmerkung vom Jagdhaus Biergarten Oberstdorf: Hier sind wir nicht beim Autor. Bei uns ist das „dazuhocken“ erwünscht und Platzverweigerung schon fast ein Sakrileg.)


Überschätzen Sie nicht Ihre Kraft – ein gefüllter Maßkrug wiegt gut zwei Kilo. Deswegen sollte man ihn zum Tragen lieber nicht am Henkel greifen, sondern ruhig durch den Henkel an den Krug fassen. Mit den Worten des Kabarettisten und Bayernerklärers Harry G: „Dem Krug gibt man freundlich die Hand und sagt: Frischer Kollege, ich grüße dich!“

(Anmerkung vom Jagdhaus Biergarten Oberstdorf: Gut für den Bizeps.)
Wenn Schluss ist, ist Schluss: Die Biergartenverordnung regelt auch Anwohnerschutz und Öffnungszeiten (längstens 7 bis 23 Uhr).

Eine Stunde vor Schluss verstummt die Musik, eine halbe Stunde später wird zum Ausschankende geläutet. Da hilft auch kein Schimpfen über die vermeintliche Provinz.

(Anmerkung vom Jagdhaus Biergarten Oberstdorf: Bei schönem Wetter ist unser Biergarten täglich ab 12 Uhr geöffnet.)

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