Der Freiberg Blog

AM PULS DER FREIHEIT
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am 21.04.2017

April-Schnee bringt Gras und Klee

Oberstdorf im April-Schnee

Aber was will uns diese alte Bauernregel sagen? Ist der Schneefall im April nun Grund zum Jubel - oder eher nicht?

Der späte Wintereinbruch, der fast ganz Deutschland Mitte April 2017 heimgesucht hat, dürfte wohl eher zu Unmut als zu lauten "Juchhe-Rufen" geführt haben.

Auch wir staunten nich schlecht als zwei Tage lang ununterbrochen dicke Flocken vom Himmel fielen und das Allgäu in die herrliche Winterlandschaft verwandelten, die wir jedes Jahr für Mitte Dezember bestellen. Soll uns das nun erschrecken oder gar traurig stimmen? Nein, sicher nicht! Zum einen liegt es zum Glück nicht in unserer Macht, das Wetter kurzfristig zu bestimmen und zum anderen sollte man sich ja eh angewöhnen, die Dinge positiv zu betrachten und den Moment zu genießen.

Wie sagt man so schön? Des einen Freud, des anderen Leid. Während so mancher Hobbygärtner laut flucht und die Obstbauern am Bodensee um ihre Ernte bangen, zieht es nicht wenige nochmal für einen Kurzurlaub zum Skifahren, Winterwandern und Schlittenfahren in die Berge. Das Höchste meldet beispielsweise am 20. April, die Verlängerung der Rodelsaison am Söllereck. Die Kanzelwandbahn hat noch bis 23.04. geöffnet und am Nebelhorn ist der Skibetrieb sogar bis sage und schreibe 1. Mai 2017 möglich.

Wir raten an dieser Stelle zum Genuss! Und zwar sowohl zum Genuss des traumhaften April-Schnee-Sonneschein-Wetters an diesem Wochenende in Oberstdorf als auch zum Genuss unseres "Dine Around-Arrangements" - 4 Übernachtungen und unglaubliche 4 Restaurants. https://www.das-freiberg.de/arrangements-events/ Von sternemäßig über trendig bis urig regional. Lassen Sie es sich gut gehen und genießen Sie den Augenblick.

...und weil der Frühling sicher schon bald wieder zurück ist, geben wir Ihnen noch eine weitere Bauernregel mit auf den Weg: "Auf Aprilflöckchen folgen Maiglöckchen."

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am 02.04.2017

REZEPT AUS DER STERNEKÜCHE - BÄRLAUCHPESTO

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Allium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. . . . so nachzulesen auf Wikipedia. Auch bei uns im Allgäu wächst er. Wenn man durch die erwachende Natur rund um Oberstdorf wandert, liegt jetzt nicht selten sein würziger Duft in der Luft. Am liebsten mag der Bärlauch schattige Laubwälder. Und natürlich findet er auch in der Küche unseres Sternerestaurants Maximilians Beachtung.

Zutaten für 1 Glas (200 ml)

60 g Bärlauch
20 g Petersilie
30 g Pinienkerne
1 Knoblauchzehe
50 g Parmesan
60 g natives Olivenöl
grobes Meersalz nach Bedarf

Bärlauch und Petersilie waschen, trocken tupfen und die Stiele entfernen. Die Kräuter zusammen mit den Pinienkernen und dem Knoblauch im Mörser zerstoßen.

Alternativ im Mixer, Blitzhacker oder mit dem Pürierstab grob zerkleinern. Parmesan reiben und zusammen mit dem Olivenöl unterheben. Zum Schluss nach Bedarf mit Meersalz abschmecken.

Tipp: In ein Weckglas füllen und mit Olivenöl bedecken. Das Glas mit Alufolie umwickeln, dass kein Licht einfällt, so bleibt das Pesto lange haltbar und verfärbt sich nicht.

am 17.03.2017

Rückblick: Wenn wilde Kerle in Oberstdorf ihr Unwesen treiben!

Bella und Christian

Alles ist gut, so lange Du wild bist! Unter diesem Motto haben die Nachwuchsköche hier in unserem Sternerestaurant bereits zum zweiten mal einen Abend bestritten. Kreativ und unkonventionell ging es dabei in unseren 4 Sterne Hotel zu. Und alle Gäste wussten dies zu schätzen.

Ohne Motivation, ohne richtigen „Drive“ bleibt jeder in seinem Beruf früher oder später auf der Strecke. „Wenn wir unseren bestens ausgebildeten Nachwuchs fördern und bei der Stange halten wollen, dann müssen wir ihm auch erlauben, ab und zu die Sau rauszulassen“, sagt dazu einer, der es wissen muss: Unser Küchenchef Tobias Eisele, der auf viele Jahre Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung zurückgreifen kann. „Deshalb haben wir im Maximilians das Konzept ‚Wilde Kerle‘ entwickelt.“

„Wilde Kerle“

Dahinter steckt die Idee, den Nachwuchsköchen in regelmäßigen Abständen die Chance zu geben, abseits abgeleckter Teller zu kochen. Will heißen: Man gebe ihnen die Freiheit, eigene Kreationen zu entwickeln, ohne Vorgaben, ohne Limits. Das einzige „Must“: Koche wild! Im Maximilians folgten jetzt die ausgebildeten Köche Marco, Daniel, Kilian, Bella, Sebastian und Christoph zum zweiten mal diesem Ruf. Und waren schon in den Wochen vor dem Event außer Rand und Band.

Und so hat es funktioniert: Jeder der „jungen Wilden“ kreierte, frei nach „The Taste“ als Amuse einen Löffel. Was drauf kommen sollte, blieb jedem der sechs selbst überlassen. „Wir haben bewusst keine Vorgaben gemacht. Auch nicht, was den Preis der Waren anbelangt. Nur beste Qualitätsprodukte, das ist bei uns zwingend. Sternequalität eben.“, sagt Eisele. „Denn nur so fördern wir die Lust am Kochen, den Spaß am Handwerk.“

Daraus haben sich beim „Wilde Kerle“ Event die aufregendsten, teils auch unkonventionellsten Kreationen ergeben.

Basti: Garnele | weiße Linse | Brokkoli | Blutorange
Bella: Dreierlei Käse
Christoph: Roast Beef | Petersilie | Karotte
Daniel: Gerstensuppe
Kilian: Schweinebauch | Rote Bete | Dinkel
Marco: St. Jacobsmuschel | Carbonara

Drei weitere Gänge, eine Vorspeise und zwei Zwischengerichte, kochten die Youngsters im Zweierteam. „Das war die eigentliche Herausforderung“, so Tobias Eisele. „Den kulinarischen Dialog führen zu können, das ist gar nicht so einfach. Ich muss auch darauf achten, dass aus unseren Nachwuchsköchen keine egozentrischen Diven am Herd, sondern kreative Teamplayer werden.“

Christoph & Kilian
Langustine | Bohne | Mandarine | Fregula Sarda | Minze

Bella & Daniel
Mais | Tomate | Petersilie

Basti & Marco
Steinbutt | Blumenkohl | Orange | Skyr

Tobias Eisele ist es wichtig, die jungen Leute nach vorne zu schieben, sie auch einmal „machen zu lassen“, aber im richtigen Moment, wenn die Dinge gegen die Wand zu fahren drohen, auch wieder aufzufangen. „Ohne Fordern keine Entwicklung“, so die Prämisse.

Genauso hielt man es auch bei der Hauptspeise, die beim „Wilde-Kerle-Event“ zur echten Challenge wurde. Der Chef gab einen grob umrissenen Warenkorb vor, mit dem seine Brigade nun völlig frei und kreativ ein Gericht zaubern durfte. Er selbst kochte ebenfalls nach diesem Warenkorb. Die beiden Teller wurden dann den Gästen zeitgleich präsentiert. Wer wohl überzeugte? Das lag im Auge, besser gesagt auf der Zunge des Betrachters.

Wilde Kerle vs. Eisele
Irisches Weiderind | Brokkoli | Hafer | Brombeere | Steckrübe | Kaffee

Das Finale fatale fand in der Küche des Maximilians statt. Dort wurde in lässiger Atmosphäre das Dessert serviert. Die Chance für die Gäste, den jungen Köchen, aber auch dem Grand Seigneur ein paar Küchentricks zu entlocken.

Nicht nur die Hausgäste unseres 4 Sterne Hotels waren begeistert. Auch externe Gäste aus Oberstdorf und aus dem Allgäu hat es super gut gefallen. Fortsetzung folgt, denn „alles ist gut, solange du wild bist“.

am 05.03.2017

Heute in der FAZ entdeckt:

Was Charlie Chaplin mit Biathlon gemeinsam hat. Hommage an das Ehepaar Eames. Wie Mops Rudolph zum Wohlbefinden unserer Gäste beiträgt. Hier lesen Sie von einem, der Auszug, den Wintersport zu lernen. Stefan Nink in der FAZ über 5 Tage in Oberstdorf . . .

Alles so schön rutschig hier

Schnee war unserem Autor immer suspekt. Bis wir ihn ins Allgäu schickten
07.03.2017, von Stefan Nink

Unser Autor kann nicht Skifahren, kennt Snowboardspins nur von der Playstation, und zum letzten Mal auf einem Schlitten saß er an jenem Wochenende, an dem Rosi Mittermaier in Innsbruck ihr zweites Gold holte (das war im Februar 1976).

Tag 1: Rudolph und das grüne Leuchten

Die Brauen nach oben gezogen, die Stirn ein einziger Faltenwurf, den Blick voll Empathie: So können einen nur Möpse anschauen. Der Rudolph sitzt in meinem Hotelzimmer und ist golden lackiert. Bei der Ankunft hab’ ich ihn für eines dieser Design-Accessoires gehalten, das die Leute vom Hotel irgendwo unterbringen mussten, aber schon bald wusste ich: Die haben den absichtlich in meinem Zimmer plaziert, direkt neben dem Eames Chair. Damit er mir Trost spendet und Mut macht. Mit seiner buddhistischen Gelassenheit. Der Fähigkeit, zuhören zu können und selbst zu schweigen. Und natürlich mit seinem Blick, der signalisiert: Wenn jemand auf Gottes weiter Welt dich versteht - dann bin ich das. Am liebsten hätte ich den Rudolph am Ende mitgenommen. Als meinen Mentalcoach.

Aber jetzt sind wir ja noch ganz am Anfang. Und im Oberstdorfer Langlaufstadion. Es dunkelt schon, die Tannen auf den Berghängen sehen aus wie schraffierte Bleistiftzeichnungen, und hinten am Waldrand könnte man jetzt ein Rudel Rehe beobachten, aber für Naturromantik ist keine Zeit: Wir sollen uns nämlich an Charlie Chaplin erinnern. Meint der Martin, unser Biathlontrainer. Ja, doch: Bi-ath-lon. Die Leute von Oberstdorf Tourismus haben mir ein Programm zusammengestellt, mit allen möglichen Wintersportarten - nur nicht Alpinskifahren. Es beginnt am Ankunftsabend mit Biathlon. Ich hielt das für ein Missverständnis von wegen: keinerlei Skierfahrung, keine Bundeswehr, kein Jagdschein. Die haben aber nur gemeint, sie hätten an einen Schnupperkurs Skispringen gedacht. Und dass ich das mit dem Biathlon schon hinbekommen würde.

Der Martin ist da eher skeptisch, glaube ich. Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass die anderen in der Übungsgruppe offenbar alles erfahrene Langläufer sind. Sie tragen hautenge Hosen und flachbauchbetonende Shirts, während ich in meiner aufgebauschten Regenhose und der dicken Daunenjacke phänotypisch eher an einen ferngesteuerten Teletubbie erinnere. Wo ich doch den Charlie Chaplin machen soll! „Watschelgang“, ruft der Martin, was natürlich sehr simpel klingt, mit zwei Skiern an den Füßen aber nicht ist. „Abstoßen! Gleiten!“, ruft der Martin, und alles um mich herum stößt sich ab und gleitet davon in die Nacht, und der Martin kommt zu mir und hilft mir beim Aufstehen.

In den nächsten 17 Minuten soll ich außer Abstoßen und Gleiten noch Stockeinsatz, Dreipunktberührung und Streckhaltung lernen, während ich versuche, beim Vor-mich-hin-Stapfen irgendwie das Gleichgewicht zu halten. Und dann kommt auch noch der Teil mit dem Gewehr. Aus Sicherheitsgründen schießen wir nicht mit Kugeln; die Waffen funktionieren über Laser. Ich lasse mich am ersten Schießstand außen rechts fallen, wobei mir wegen der Skier die Außenbänder an beiden Knien reißen, also fast jedenfalls. Der Martin verschiebt meine Beine, bis es nicht mehr ganz so weh tut. „Atem halten“, ruft er. „Kimme! Korn!“, und ich halte den Atem und ziele und schieße, klackklackklack, und eine halbe Minute später leuchten die fünf grünen Lämpchen auch schon, und der Martin erleidet eine Art Schock. Er hilft mir auf die Beine; zwei Minuten später stehe ich neben ihm. „Wahnsinn“, sagt er, „absoluter Wahnsinn!“ Er schüttelt den Kopf, wahrscheinlich wird ihn das jetzt die ganze Nacht über beschäftigen. Er sieht mich mit einer Art Was-soll-ich-dir-noch-erklären?-Blick an. Halt, eine Kleinigkeit hat er doch noch: Bitte die Stöcke durch die Schlaufen greifen. Dann könne ich die Griffe beim Schwungholen hinten loslassen und so noch viel, viel schneller werden. Er klopft mir auf den Rücken, und ich schwanke und wackele hinaus auf die Runde. Als ich zehn Meter entfernt das nächste Mal hingefallen bin, höre ich, wie ein Techniker dem Martin zuruft, dass der Schießstand außen rechts defekt sei: „Die Trefferlampen leuchten, sobald man abdrückt. Egal, wohin man zielt.“

Tag 2: In die Wildnis!

Der Martin am nächsten Morgen heißt Gerhard, leitet „Schneeschuhwandern für Anfänger“ und ist erst einmal entsetzt: „Wie kann man denn so die Stöcke halten? Sofort die Hände aus den Schlaufen! Höchste Verletzungsgefahr!“ Natürlich bin ich da irritiert, wo ich doch gerade gestern Abend erst gelernt habe, dass . . ., aber der Gerhard unterbricht mich: „Wenn dich eine Lawine erwischt und die Stöcke bleiben an den Händen hängen, reißt dir die Hebelwirkung beide Schultergelenke raus!“ Um Himmels willen! Das möchte ich auf gar keinen Fall, also: weder das mit der Lawine noch das mit den Schultergelenken. Schon gut, meint der Gerhard, es sei sowieso kein Lawinenwetter. Ich nehme die Hände trotzdem aus den Schlaufen. Man weiß ja nie.

Das Tolle beim Schneeschuhwandern ist: Es funktioniert sofort. Man schnallt sich die Schneeschuhe an und läuft los. Krallen unter den Schuhen sorgen dafür, dass man immer festen Halt hat, egal, wohin man tritt. Und weil man auch im Tiefschnee nicht einsinkt, kann man quer durch die Landschaft laufen. Stundenlang hinterlassen wir unsere Spuren auf großen, weißen, einsamen Flächen. Wie still es hier draußen ist! Und wie nah doch die Wildnis sein kann! Kein Haus steht in der Einsamkeit der weißen Schneefelder, kein Weg führt hier hinaus, man kommt sich vor, als entdecke man ein bisher verborgenes Stück Deutschland. Ich erzähle das dem Gerhard, der mich darauf ganz komisch anschaut. Na ja, sagt er, dass hier draußen kein Haus stehe - das liege vor allem daran, dass wir seit Stunden über den Golfplatz von Oberstdorf wandern würden. Da würde eben nicht so viel gebaut.

Tag 3: Life on the fast lane

Heute morgen hat die Hotelchefin mir erklärt, dass sie den Rudolph beinahe überhaupt nicht ins Zimmer gelassen hätten, als sie das Hotel kürzlich umgebaut haben. Ästhetische Bedenken hätten sie gehabt. Ich sage ihr, dass ich das absolut nicht nachvollziehen könne und dass ich froh sei, wenn mich der Rudolph abends begrüße. Dann wünschen mir alle wieder Glück. Das machen sie jeden Morgen an der Rezeption, offenbar sind sie etwas besorgt über mein Crash-Test-Dummy-Programm. Dabei müssen sie sich gerade überhaupt keine Sorgen machen: Heute ist eine Art Regenerationstag, mehr als eine Gondelfahrt hinauf aufs Nebelhorn ist nicht vorgesehen. Von der Zusatzoption im Programm wissen sie nichts: „Ab der Station Seealpe besteht die Möglichkeit, zurück nach Oberstdorf zu rodeln.“

Leider muss ich feststellen, dass die Schlitten von heute mit den Schlitten von früher ungefähr genauso viel Ähnlichkeit haben wie ein iPhone 7 mit dem legendären Wählscheibentelefon FeTAp 611-2a Ocker aus den Siebzigern. Auf der Rodelbahn nehme ich auf einem Etwas aus Plastik in Warnorange Platz und klammere mich an den Stab, der zwischen meinen Beinen aufragt und der dem Zipfelbob seinen Namen gegeben hat. Da möchte man gar nicht weiter drüber nachdenken. Wozu sowieso keine Zeit ist, weil ich vier Sekunden später bereits eine gefühlte Geschwindigkeit von 43 Kilometer pro Stunde erreicht habe. So einen Zipfelbob lenkt man durch Gewichtsverlagerung; gebremst wird mit den Hacken. Oder, indem man ganz fest am Zipfel zieht und dadurch das Heck nach unten drückt. Was meine Schussfahrt leider nur sehr unwesentlich verlangsamt. Und dann gibt es auch noch kleine Hubbel, über die man fliegt, und irgendwann steht da ein „Extrem steil!“Warnschild, das unerfahrenen Rodlern den sofortigen Abstieg empfiehlt, aber das wäre ja noch schöner. Am Ende der Bahn muss ich dann derart bremsen, dass ein Schwall Eismatsch von meinen Füßen anhebt und mich von oben bis unten eindeckt. Zum Glück springen die Fußgänger schnell genug zur Seite. Auf die hätte ich nun wirklich keine Rücksicht mehr nehmen können.

Tag 4: Es stieg ein Engel vom Olymp

Heute soll mir der Derek das Langlaufen beibringen. Der Derek stammt aus Australien, wo er früher in der Nationalmannschaft war. Dabei denkt man immer, die würden da nur surfen! Aber gut, Costa Cordalis ist auch mal bei einer Langlauf-WM für Griechenland gestartet, da passt das schon. Derek erklärt zuerst einmal, dass neunzig Prozent aller angeblichen Langläufer gar nicht langliefen, sondern mit Skiern an den Füßen spazieren gingen - und so solle ich auf gar keinen Fall einmal enden. Also üben wir. Und üben. Und üben. Gegen Mittag bin ich so weit, dass ich auch über längere Passagen in der Spur bleibe, ganz fabelhaft läuft das mit mir und dem Langlaufen. Sogar die Hügel komme ich hinauf, die flachen zumindest, bloß beim Hinunterfahren stellen sich meine Skispitzen immer wieder über Kreuz, mit den üblichen Folgen. Dafür kann ich den Refrain von „Es stieg ein Engel vom Olymp“ besser als Costa Cordalis singen. Und der Derek kennt den noch nicht einmal.

Im Hotelzimmer sieht mich der Rudolph frühnachmittags an, als wisse er Dinge, von denen ich keine Ahnung habe. Ich tätschele ihn und setze mich. Gepriesen sei das Ehepaar Eames für diesen Sessel, gepriesen! Plötzlich ist es dann stockdunkel, was für neun Uhr an einem Winterabend nicht wirklich erstaunlich ist. Sehr überraschend allerdings ist die Tatsache, dass ich überhaupt nicht aufstehen kann: Irgendeine unsichtbare Kraft drückt mich nach unten. Ich beschließe, einfach liegen zu bleiben. Der Rudolph schaut mich mitleidsvoll an. Seine goldene Farbe reflektiert das Licht des Mondes, der durch die Balkontür leuchtet.

Tag 5: Der Elf

Ich glaube, dass ich ernsthaft verletzt bin, vermutlich etwas am zentralen Nervensystem. Es gelingt mir nur mit Mühe, simple Befehle wie „Geh jetzt die Treppe hinauf“ aus dem Hirn an die Beine durchzustecken. Von den Ganzkörperschmerzen mal abgesehen. Dabei soll ich heute eigentlich die Wintersportgeräte der Zukunft ausprobieren. Im Funpark, oben auf der Seealpe. Ich will nicht. Ich will nur noch in meinen Eames Chair.

Und jetzt spulen wir die Uhr mal flugs 6:47 Stunden vor. Ich bin zurück, kann mich nach wie vor kaum bewegen, habe aber ein derartiges Grinsen im Gesicht, dass der Rudolph ganz misstrauisch schaut. Ich erzähle ihm schnell alles: Wie ich anfangs entsetzt war, als man mich auf ein mickriges Gerät namens Skiböckerl setzte, das offensichtlich für Zweijährige konzipiert wurde - und mit dem ich dann mehrmals unfallfrei den Hang hinunterkam, ohne an einem Baum zu zerschellen. Was mir auch auf dem Snowbike gelang, einer Art Fahrrad auf Kufen. Und als ich dann den Snowscoot entdeckte: Liebe auf den ersten Blick. Der Snowscoot ist eine Kreuzung aus BMX-Rad und Snowboard, mit dem man in eleganten Kurven auf blauen Pisten Richtung Tal wedelt. Und aus dem Teletubbie wurde ein graziler Elf, rufe ich, das hättest du sehen sollen, der Snowscoot und ich, mein lieber Rudolph - wir sind füreinander gemacht, das steht fest. Er sieht mich an, als würde ich ihm etwas verschweigen, aber das mit den spektakulären Stürzen aus dem Schlepplift muss er ja nicht wissen. Stattdessen lasse ich mich in den Sessel fallen und bestelle so ein Wundergerät. Die Lieferzeit beträgt sechs Wochen, aber das macht nix. Wenn das Paket kommt, sind es nur noch acht oder neun Monate bis zu meinem nächsten Schneewinter.

am 07.02.2017

Skifliegen im wunderschönen Oberstdorf

Max Bolkart

Völlig klar, dass wir bei uns im Romantik Hotel Freiberg das Weltcup-Skifliegen ganz besonders verfolgt haben. Dafür sorgt schon unsere hauseigene Legende Max Bolkart: Opa, Vater, Schwiegervater.

Für Skifahrer bot Oberstdorf immer schon allerbeste Voraussetzungen. Deshalb wollte Max Bolkart eigentlich alpine Skirennen fahren. Dafür aber war er viel zu schmächtig. Erst Toni Brutscher brachte ihn, zu damaligen Zeiten noch ohne BMI (Body-Mass-Index), zum Skispringen. Er war neben Sepp Weiler und Heini Klopfer auch sein großes Vorbild.

Bald stellten sich die ersten Erfolge ein. Zwischen 1953 und 1964 war Max Bolkart ständiger Teilnehmer an den Deutschen Meisterschaften und konnte 4 nationale Meistertitel erringen. Dreimal nahm er an Olympischen Spielen Teil und verpasste 1956 in Cortina mit dem undankbaren Vierten knapp die Bronzemedaille. 1960 in Squaw Valley wurde er immerhin sechster.

An zwölf Skiflugwettbewerben nahm Max Bolkart teil. Seine größte Weite erreichte er, mit Pluderhose und Pudelmütze, mit 139 Metern. In Oberstdorf.

Höhepunkt seiner Laufbahn war der Gesamtsieg der Vierschanzentournee 1959/1960. Souverän gewann er in Oberstdorf, Garmisch und Innsbruck. Nur in Bischofshofen war ihm der Sieg nicht gegönnt. Dennoch war er der erste westdeutsche Gesamtsieger in diesem Wettkampf. Und die Zuschauer waren stolz auf den Oberstdorfer; der es geschafft hatte, die Tournee-Siegesserie des dominierenden DDR-Springers Recknagel zu unterbrechen.

Heute ist Max Bolkart bei uns im 4 Sterne Hotel Freiberg in Oberstdorf anzutreffen. Und im Kaminzimmer unseres Romantik Hotels stehen seine Pokale. Nur schade, dass es den Schnellkochtopf nicht mehr gibt, den Max Bolkart für den Gesamtsieg der Vierschanzentournee gewonnen hat. Für ein Gourmethotel wie das Freiberg, wäre er sicher eine Bereicherung gewesen;-)

am 15.01.2017

Von himmlischen Winden in Oberstdorf

Nonnenfuerzle

Schon mal was von Nonnenfürzle gehört? Nein, die sind weder peinlich noch unschicklich. Auch nicht in einem 4 Sterne Hotel. Dafür sind sie aber richtig lecker. Es handelt sich um ein Brandteiggebäck, das bei uns im Allgäu sehr beliebt ist. Probieren Sie es doch einfach aus:

Zutaten (für 4 Personen)

  • 60 g Butter
  • 60 g Mehl
  • 40 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 125 g Milch
  • ¼ Vanillestange
  • 2 Eigelb
  • 2 ganze Eier
  • Zimtzucker
  • Pflanzenfett oder Butterschmalz zum ausbackenAusgeschabtes

Vanillemark mit Butter, Zucker, Salz und Milch in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Nach dem Aufwallen den Topf vom Herd nehmen. Das Mehl auf einmal dazugeben und mit einem Holzlöffel kräftig untermischen. Den Topf wieder auf den Herd stellen und bei schwacher Hitze so lange rühren, bis sich am Topfboden eine weiße Schicht gebildet hat.

Den Topf wieder vom Herd nehmen und die Eier und Eigelb nacheinander gründlich unter den Teig rühren. Abkühlen lassen.

Vom Teig mit einem Teelöffel kleine Nocken abstechen und schwimmend im siedenden Fett goldgelb ausbacken. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen, in Zimtzucker wälzen und sofort servieren.

Tipp: Mit Weinschaumsauce und Vanille-Eis ein himmlisches Vergnügen.

am 18.12.2016

Laibles Award 2016

Laible

Tolle Resonanz bei unserem Laibles Award. An die 40 Plätzchenkreationen wurden eingereicht zur Teilnahme am 4. Oberstdorfer Laibles-Award. Nicht nur aus dem gesamten Allgäu wurden Plätzchen eingesendet. Sogar bis nach Villingen-Schwenningen im Schwarzwald und nach Innsbruck hat sich der Wettbewerb herumgesprochen .

Hinter verschlossenen Türen wurde am vergangenen Freitag von einer kompetenten Jury getestet und bewertet. Sternekoch Tobias Eisele, Peter Gerlach vom gleichnamigen Cafe und Kochlegende Willi Grün. Für den Nachwuchs dabei: Pauline Denzel, mit der besten Konditorenprüfung 2016 im Allgäu. Und seit September Kochauszubildende bei uns im Jagdhaus.

Von der Kreativität und Vielfalt waren alle Jurymitglieder sofort begeistert. Aber es ging ja schließlich darum, das beste Laible zu küren. Eine durchaus ernste Aufgabe, denn bewertet wurden Aussehen, Geruch, Beschaffenheit, Schwierigkeitsgrad und Gesamtbild mit je 6 Punkten. Für den Geschmack gab es 12 Punkte.

Gestern wurden dann die Sieger auf dem Jagdhaus-Weihnachtsmarkt bekannt gegeben. Christine Heider mit Ihren Engelswolken erreicht 137 von 164 Punkten, was ihr den 1. Platz und einen Gutschein für 2 zur Küchenparty im Maximilians bescherte.

Über weitere Preise freuten sich Katharina Hermes, Yvi Huyn, Stephanie Futterknecht und Patrizia Weiser, alle aus Oberstdorf

Wir freuen uns schon jetzt auf eine rege Teilname im nächsten Jahr.

am 29.11.2016

Adventskalender-Küchenparty

Das Freiberg - Küchenparty-72 3000

24 Köstlichkeiten versteckten sich an unserer Adventskalender-Küchenparty hinter einem einzigen (Küchen-) Türchen. Das Maximilans, die Stube und das Fetzwerk waren mit über 80 gourmet-freudigen Gästen mit viel Appetit bis auf den letzten Platz belegt.

Nachdem der Appetit der Gäste mit unserem Haus-Aperitif angeregt war, öffneten um 19 Uhr die Türen unserer Küchen für die ersten Köstlichkeiten des Abends:

  • Die Patisserie lockte die Geniesser mit einem Garnelencocktail mit Mango, Avocado und Chili und zweierlei von der Ente mit Preiselbeeren und Staudenselerie oder ganz klassisch mit einer Auster Fine de Claire und vielen anderen Gaumenfreuden.
  • In der Show-Küche wurden währenddessen die ersten Weckgläser mit Kichererbesentofu oder einer Paprika-Cocos-Suppe ausgegeben.
  • In der Hauptküche verwöhnte unser Küchenchef die Gäste mit einer St. Jacobsmuschel und einem Jungschweinebauch mit Sellerie und Wirsing.

Während die Gäste mit den ersten Gesprächen bei einem erlesenen Glas Weißwein begannen ging es hinter den Kulissen schon weiter und die nächsten Überraschungen wurden von der Küchen-Crew rund um Sternekoch Tobias Eisele in die Weck-Gläser gezaubert:

  • In der Show-Küche im Fetzwerk wurde eine Confierte Salzwassergarnele mit Karotten, Mohn und Gnocchi serviert.
  • In der Hauptküche wurde Kabeljau aus der Normandie mit Cimata, Gerste und Roter Bete und ein Onsen-Ei mit Spinat und Risotto kredenzt.

Danach wechselte die Weinbegleitung von Weiß auf Rot und es ging  (für viele) „ans Fleisch“:

  • Die Showküche  wartete mit einem US-Flanksteak auf Aubergine, Brokkoli und Blutorange auf.
  • Die Hauptküche lockte die Gäste mit lackierter Entenbrust mit Zitronengras, Gemüse und Reis und als zweites Gericht mit Zweierlei vom Reh auf Nudeln Kürbis und Marone.

Der Abend des Genusses schritt weiter voran als die Patisserie ihre Pforten wieder öffnete: Das Team kreierte zahlreiche Dessert-Variationen: unter anderem ein Heumilch Panna Cotta oder eine Bananenpraline auf Passionsfrucht und Curry.

Das Werk des kulinarischen Teams war nun vollbracht. Zufriedene Gesichter und beste Laune lag in der Luft. Gäste hatten nun die Möglichkeit, ein paar Rezeptideen und Küchengeheimnisse direkt von den Genuss-Profis zu erfahren. Bei einem Espresso und edlen Weinbränden endete ein wunderschöner Abend mit feinen Gerichten und köstlichen Weinen. Eine Wiederholung ist schon geplant.

am 24.10.2016

Poolboy Bernd

Poolboy Bernd

Heute wollen wir Euch Bernd vorstellen. Als Poolboy ist er das jüngste Mitglied der Freiberg-Familie. Ein absoluter Einzelgänger. Er arbeitet, wenn alle Wellness-Anwendungen abgeschlossen sind. Wenn die Gäste gemütlich an der Bar sitzen. Im Restaurant Gourmetküche genießen. Im Fetzwerk ihren nächsten Tag in Oberstdorf planen und sich dann zufrieden in ihre Boxspring-Betten kuscheln.

Ja, äußerst gewissenhaft ist Bernd. Er sorgt dafür, dass unser Outdoor-Pool für unsere Gäste immer picobello sauber ist. Spät abends, wenn der Sternenhimmel über Oberstdorf leuchtet, gleitet er in den Pool. Dann dreht er unermüdlich seine Runden. Hier ein Körnchen, da ein Stäubchen – kein Problem. Bernd ist unser Saubermann. Der sauberste Saubermann im ganzen Allgäu. Nein, in ganz Bayern. Und wenn er fertig ist, genießt er die Stille und Ruhe unter Wasser. Und den Blick hoch zum Nebelhorn. Direkt vom Pool. Wenn es dann wieder Tag wird über Oberstdorf, wenn der Frühdienst im Freiberg beginnt, dann darf Bernd Feierabend machen. Dann klettert er aus seinem Pool, holt sich ein paar Streicheleinheiten und darf ausruhen. Bis es wieder Nacht wird über Oberstdorf. Und er in unseren Pool gleitet und seine einsamen Runden mit Blick aufs Nebelhorn dreht.

am 07.10.2016

Rezept vom Sternekoch - Kürbissuppe für Körper, Herz und Seele

Kürbis

Sanftes Licht und mild wärmende Sonne. Orange, Gelb, feuriges Rot – so färbt sich zusehends der Bergwald der zum Wandern einlädt. Aber der Herbst ist leider nicht immer nur golden, sondern manchmal auch ganz schön grau. Auch bei uns in Oberstdorf. Nebel überzieht die Bäume mit Raureif und verleiht ihnen einen mystischen Ausdruck. Der Winter schickt seine Vorboten. Die Gipfel der Allgäuer Alpen sind mit Schnee bedeckt. Jetzt haben ausgiebige Spaziergänge in der sich zu Ruhe begebenden Natur einen ganz besonderen Reiz. Und wenn man dann von einer Wanderung heimkommt, tut eine heiße Suppe gut. Wärmt Körper, Herz und Seele. Was passt zum Herbst besser als eine leckere Kürbissuppe.

Aus Kardamom, Koriander, Anis und Zitronengras ein Gewürzsäckchen
herstellen.Den Kürbis waschen, zerteilen und die Kerne
entfernen. Dann gut 300 g in ca. 1,5 cm große Würfel schneiden.

Schalotten würfeln, Ingwer schälen und ca. 30 g würfeln.
Alles zusammen in Butter leicht anschwitzen. Mit Weißwein
und Gemüsebrühe ablöschen, mit Kokosmilch aufgießen, das
Gewürzsäckchen dazugeben und ca. 30 Minuten köcheln bis die Kürbiswürfel weich sind. Das Gewürzsäckchen entfernen und
die Suppe mit dem Stabmixer pürieren. Mit Curry, Salz, Pfeffer,
Zucker und ein paar Spritzern Limettensaft abschmecken.

Zutaten (für 4 Personen)

  • 1 Hokkaidokürbis von gut 300 g
  • 2 Schalotten
  • 1 kleine Ingwerwurzel frisch
  • 125 ml Weißwein
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 500 ml Kokosmilch
  • 1 Stängel Zitronengras
  • 2 St. Kardamom
  • 10 Koriandersamen
  • 10 Anissamen
  • 1 Limette
  • Maharadja Curry, Salz, Pfeffer, Zucker
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